Das baubiologische Passivhaus

Das baubiologische, also wohngesunde Passivhaus, strebt genau die gleichen energetischen Werte an wie das klassische Passivhaus, jedoch erweitert es den Hausbau um eine sehr wesentliche Komponente, nämlich den Gesundheitsaspekt. (Passivhaus: Maximal 21 kWh* Gesamtenergiebedarf pro Jahr pro Quadratmeter beheizte Gebäudefläche gelten als oberes Limit und sind gesetzlich vorgeschrieben für die Zuteilung der Baugenehmigung und der Eligibilität zur Subventionserhaltung.)

Es geht darum jegliche Zufuhr von Schadstoffen, lungengängigen Kleinstteilchen, schadstoffemissionierenden Substanzen,... weitestgehend zu unterbinden, so dass das Hausinnere, also der Wohnraum mit der Atemluft so wenig wie möglich belastet ist durch diverse VOCs, Schimmelpilzsporen, Pollen, … Dies setzt bei der Auswahl der Baumaterialien große Sorgfalt voraus und eine gesunde Skepzis gegenüber der beworbenen, gelobten, angepriesenen Materialien in Punkto « Gesundheitswert ». Hier wird verfahren nach dem Prinzip: Papier ist geduldig, Kontrolle ist besser.

(* Stand 2015 / Luxemburg)

Definition Baubiologie

Baubiologie ist ein Sammelbegriff für die umfassende Lehre der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner gebauten Umwelt, aber auch die umweltfreundliche und schadstofffreie Ausführung der Bauwerke durch den Einsatz geeigneter Erkenntnisse und Techniken.

Das Ziel eines „gesunden Bauens und Wohnens“ soll durch die ganzheitliche Betrachtung physiologischer, psychologischer, architektonischer und physikalisch-technischer Zusammenhänge und der Wechselwirkung zwischen Bauwerk, Nutzer (Bewohner) und dessen Umwelt erreicht werden. Baubiologische Grundsätze finden neben der Sanierung und dem Bau von Wohnungen auch Anwendung bei Bauten mit hohen hygienischen Anforderungen wie Schulgebäuden, Krankenhäusern und Kindergärten und Bauten mit langen Aufenthaltszeiten der Nutzer wie Büros.

(Quelle: wiki)

Anvisierte Ziele des Projektes

Anhand der Dokumentation eines konkreten Projektes wird aufgezeigt, dass « das wohngesunde Passivhaus » keine Utopie ist und dass man mit « gesunden Materialien » sogar auf einen absoluten Spitzenwert von nur 15 kWh Gesamtenergiebedarf pro Jahr pro Quadratmeter beheizte Gebäudefläche kommen kann. Damit wird der gesetzlich geforderte Wert* um fast 1/3 unterschritten.

(* Stand 2015 / Luxemburg)

Vorläufer des ökologischen Bauens

Die Baubiologie gilt als Vorläufer des ökologischen Bauens durch ihren Begründer, den Arzt Hubert Palm, der mit zahlreichen Vorträgen in den 1960er Jahren bekannt wurde. Sein Buch „Das gesunde Haus" ist das erste Grundlagenwerk der Baubiologie und des umweltbewussten Bauens in Deutschland. Eines der ersten ökologischen bzw. baubiologischen Wohnhäuser ist das 1975–1976 vom Architekten Heiko Folkerts entwickelte und gebaute Haus Folkerts in Bernried am Starnberger See.

In den letzten Jahren wuchs auch die internationale Bekanntheit des ökologischen Bauens und die zunehmende Verbreitung des Begriffs Nachhaltiges Bauen, einer ökonomisch und ökologisch differenzierten Form des ökologischen Bauens.

Merkmale des baubiologischen Bauens

  • Baubiologische Bauplatzfindung
  • Verwendung von Baustoffen, deren Rohstoffgewinnung/Nutzung umweltverträglich ist und die einfach entsorgt werden können, idealerweise biologisch abbaubar sind und nach Möglichkeit ohne großen Energie- und Transportaufwand hergestellt wurden (Beschaffung regionaler Baustoffe)
  • Vermeidung baubiologisch bedenklicher oder toxischer Stoffe
  • Klein gehaltene Gesamtaußenfläche des Gebäudes im Verhältnis zum Gebäudeinhalt/Volumen
  • Geringer Energieverbrauch während des Betriebes des Gebäudes
  • Klein gehaltene versiegelte (bebaute) Fläche und/oder Bauwerksbegrünung
  • Nachhaltige Entwässerungstechnik, evtl. durch Trennung von Trink- und Brauchwasser, das zum Waschen oder Blumengießen verwendet wird (siehe auch Zisterne)

Neben Wohngebäuden gibt es mittlerweile auch zahlreiche Beispiele für ökologische Büro- und Gewerbebauten. Darüber hinaus werden ökologische und nachhaltige Prinzipien auch im Siedlungsbau und in der Stadtplanung angewandt.

Quelle: wiki